Heizkostenvergleich
So berechnen Sie Ihre jährlichen Heizkosten einfach selbst.
Steigende Energiepreise haben das Thema Heizen in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus gerückt als je zuvor. Besonders während der Energiekrise 2022 und 2023 mussten viele Haushalte mit stark steigenden Kosten zurechtkommen. Mittlerweile hat sich die Situation zwar wieder beruhigt, dennoch liegen die Preise vieler Energieträger weiterhin über dem Niveau früherer Jahre. Gleichzeitig bleibt eines sicher: Energiepreise werden auch künftig Schwankungen unterliegen.
Wer die eigenen Heizkosten kennt und unterschiedliche Energieträger miteinander vergleicht, kann fundiertere Entscheidungen treffen – sei es bei einem Heizungswechsel oder bei der langfristigen Planung der Energiekosten.
Warum schwanken Energiepreise?
Die Kosten für Heizenergie werden von vielen Faktoren beeinflusst:
- internationale Krisen und geopolitische Entwicklungen
- Angebot und Nachfrage auf den Weltmärkten
- Transport- und Logistikkosten
- Wetter und saisonale Nachfrage
- politische Maßnahmen oder CO₂-Bepreisung
Hinzu kommen individuelle Faktoren, die den tatsächlichen Heizbedarf bestimmen:
- Zustand und Dämmung des Gebäudes
- Wohnfläche
- Heizverhalten
- Wirkungsgrad der Heizungsanlage
Deshalb unterscheiden sich die Heizkosten oft deutlich.

Heizkosten selbst berechnen – Schritt für Schritt
Mit einer einfachen Beispielrechnung können Sie Ihre jährlichen Heizkosten für verschiedene Energieträger überschlägig berechnen und miteinander vergleichen. Die folgende Berechnung basiert auf standardisierten Annahmen und eignet sich gut zur Orientierung.
Schritt 1: Jährlichen Heizenergiebedarf berechnen
Als Ausgangspunkt dient Ihre Wohnfläche, aus der sich das beheizte Gebäudevolumen einfach berechnen lässt.
Annahmen:
- durchschnittliche Raumhöhe: 2,60 m
- beheiztes Referenzvolumen: 70 % des Gebäudevolumens*
- Wärmebedarf: 35 kWh pro m³ und Jahr**
*Für die überschlägige Berechnung wird angenommen, dass rund 70 % des Gebäudevolumens tatsächlich beheizt werden. So wird berücksichtigt, dass in den meisten Häusern nicht alle Räume ganzjährig oder gleich stark beheizt werden.
**Für die Beispielrechnung wird ein durchschnittlicher Wärmebedarf von 35 kWh pro m³ und Jahr angenommen. Dieser Richtwert entspricht einem typischen Wohngebäude und dient ausschließlich zur überschlägigen Berechnung. Der tatsächliche Wärmebedarf hängt unter anderem von Baujahr, Dämmung und Heizverhalten ab. Je nach Gebäude kann der tatsächliche Wärmebedarf daher deutlich abweichen: Passivhäuser und Neubauten nach aktuellem Standard liegen beispielsweise deutlich unter dem angegebenen Wert.
Beispiel: Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche
- Gesamtes Gebäudevolumen: 130 m² × 2,60 m = 338 m³
- Beheiztes Referenzvolumen: 338 m³ × 0,70 = 236,6 m³
- Jährlicher Heizenergiebedarf: 236,6 × 35 = 8.281 kWh pro Jahr

Schritt 2: Jährlichen Brennstoffbedarf berechnen
Für 35 kWh Heizwärme werden durchschnittlich benötigt:
Energieträger | Benötigte Menge bzw. Verbrauchswert (pro 35 kWh) |
Pellets | 7,3 kg |
Scheitholz (Festmeter) | 8,9 kg |
Heizöl | 3,3 l |
Erdgas | 3,4 m³ |
Diese standardisierten Verbrauchswerte geben an, welche Brennstoffmenge ungefähr benötigt wird, um 35 kWh Wärme zu erzeugen. Sie basieren auf den Heizwerten der jeweiligen Energieträger sowie typischen Anlagenwirkungsgraden.
Quelle: Die genannten Werte wurden auf Basis von Angaben des Österreichischen Umweltbundesamtes errechnet.
Formel: Beheiztes Referenzvolumen x Verbrauchswert (pro 35 kWh) = jährlicher Brennstoffbedarf
Hinweis: Liegen die Verbrauchswerte pro kWh (und nicht pro 35 kWh) vor, wird der im ersten Schritt errechnete jährliche Heizenergiebedarfswert damit multipliziert.
Für unser Beispiel mit einem beheizten Referenzvolumen von 236,6 m³ (=Heizenergiebedarf von 8.281 kWh pro Jahr) ergeben sich daraus ungefähr:
Energieträger | Jahresverbrauch |
Pellets | ca. 1,727 t |
| Scheitholz | ca. 2106 kg / 2,8 Festmeter / 6,67 Raummeter* |
Heizöl | ca. 780,8 l |
Erdgas | ca. 804 m³ |
*Bei lufttrockenem Holz (bis 20 % Restfeuchte) wiegt ein Festmeter Hartholz (wie Buche oder Eiche) rund 700 bis 750 kg. In diesem Fall wären das ca. 2,8 Festmeter. 1 Festmeter Buchenholz entspricht etwa wiederum max. 2,38 Raummeter (Scheite 1 m, gekreuzt, vgl. TFZ) - jenes Raummaß, auf das sich der nachfolgende Preis bezieht.

Schritt 3: Jährliche Heizkosten berechnen
Die Basis bilden folgende Energiepreise:
Energieträger | Preis |
Pellets | 475 CHF pro Tonne |
| Scheitholz | 200 CHF pro Ster |
Heizöl | 1,14 CHF pro Liter |
Erdgas | 1,60 CHF pro m³ |
Formel: Jahresverbrauch × aktueller Energiepreis = jährliche Heizkosten
Beispiel Pellets: 1,727 t × 388,01 € = rund 820 CHF Heizkosten pro Jahr
Dasselbe Prinzip gilt für Heizöl, Erdgas oder Scheitholz:
- Scheitholz: 1.334 CHF
- Heizöl: 890 CHF
- Erdgas: 1.286 CHF
Tipp: Verwenden Sie für die Berechnung stets die aktuellen Durchschnittspreise wie hier beispielsweise von pelletpreis.ch (für Pellets, Heizöl und Erdgas) sowie vom Schweizer Bauernverband (für Brennholz). Da Erdgas in der Schweiz üblicherweise in CHF/kWh ausgewiesen wird, wurde der Preis für dieses Rechenbeispiel in CHF/m³ umgerechnet. Stand: Sommer 2026.
Hinweis: Diese vereinfachte Berechnung dient ausschließlich als Orientierung und hängt von den jeweils aktuellen Energiepreisen ab. Der tatsächliche Energieverbrauch wird, wie oben bereits angegeben, unter anderem von dem Gebäudezustand, der Dämmung, dem Heizverhalten und der Brennstoffqualität beeinflusst.
Was sagt der Vergleich aus?
Ein solcher Vergleich der Heizkosten dient dazu, verschiedene Heizsysteme aus ökonomischer Sicht zu bewerten. Er macht aber auch sichtbar, wie unterschiedlich sich Preisentwicklungen auf die einzelnen Energieträger auswirken.
Während fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl häufig stärker von internationalen Märkten und geopolitischen Entwicklungen beeinflusst werden, stammen Brennholz und Pellets überwiegend aus der heimischen Holzverarbeitung. Dadurch sind sie weniger von internationalen Faktoren abhängig. Das kann langfristig zu einer höheren Planungssicherheit beitragen.
Natürlich können auch die Preise für den Brennstoff Holz schwanken – beispielsweise durch Veränderungen bei Angebot und Nachfrage. Historisch waren diese Schwankungen jedoch meist geringer als bei fossilen Energieträgern.
So können Sie Ihre Heizkosten dauerhaft senken
Unabhängig vom gewählten Energieträger gibt es einige Maßnahmen, mit denen sich Heizkosten reduzieren lassen:
- Heizungsanlage regelmäßig warten lassen
- Heizkörper entlüften
- Raumtemperatur bewusst wählen – bereits 1 °C weniger spart Energie
- Gebäudehülle und Dämmung verbessern
- Heizungsregelung optimal einstellen
- Alte Heizsysteme durch moderne, effiziente Anlagen ersetzen
Gerade moderne Heizungen arbeiten heute deutlich effizienter als ältere Systeme und sorgen für einen sparsamen Brennstoffverbrauch bei hohem Komfort.
Nachhaltigkeit: Mehr als nur Heizkosten
Bei der Entscheidung für ein Heizsystem spielen nicht nur Anschaffungs- und Betriebskosten eine Rolle. Für viele Hausbesitzer gewinnt auch die Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Holz und Pellets sind erneuerbare Energieträger, die überwiegend aus regional verfügbaren Rohstoffen beziehungsweise Reststoffen der Holzverarbeitung hergestellt werden. Dadurch entfallen lange Transportwege und die Wertschöpfung bleibt vielfach in der Region. Gleichzeitig wird bei der Verbrennung nur jene Menge CO₂ freigesetzt, die der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. In Kombination mit modernen, emissionsarmen Feuerstätten bieten Holz und Pellets deshalb nicht nur eine kostengünstige, sondern vor allem eine klimafreundliche Alternative zu fossilen Energieträgern – und verbinden nachhaltiges Heizen mit hoher Versorgungssicherheit.

Einzelfeuerstätten als sinnvolle Ergänzung für jedes Heizsystem
Unabhängig davon, ob Sie in einem Neubau, einem sanierten Bestandsgebäude oder einem älteren Haus wohnen: Eine moderne Einzelfeuerstätte kann nahezu jedes Heizsystem sinnvoll ergänzen. In gut gedämmten Neubauten reicht die Leistung eines Kamin- oder Pelletofens häufig aus, um in der Übergangszeit einzelne Wohnbereiche angenehm zu temperieren, ohne die oft träge Zentralheizung in Betrieb nehmen zu müssen. In Bestandsgebäuden sorgt ein Ofen für zusätzliche Wärme an besonders kalten Tagen und entlastet die Hauptheizung. Das kann den Verbrauch und somit die Kosten von Gas, Öl oder Strom langfristig reduzieren und gleichzeitig den Wohnkomfort erhöhen. Moderne Kamin-, Pellet- oder Kombiöfen bieten darüber hinaus einen hohen Bedienkomfort, oft eine automatische Leistungsregelung und lassen sich in bestehende Heizkonzepte optimal integrieren. So gewinnen Hausbesitzer mehr Flexibilität und können auf steigende Energiepreise gelassener reagieren.

Fazit zum Heizkostenvergleich
Auch wenn sich die Energiemärkte nach der Krise wieder beruhigt haben, bleiben Heizkosten ein wichtiger Kostenfaktor. Wer den eigenen Heizwärmebedarf kennt und verschiedene Energieträger regelmäßig miteinander vergleicht, erhält eine gute Entscheidungsgrundlage für die Zukunft.
Mit einer einfachen Überschlagsrechnung lassen sich die jährlichen Heizkosten unkompliziert ermitteln. Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf langfristige Aspekte wie Versorgungssicherheit, Preisentwicklung, ökologische Aspekte und die Effizienz der eigenen Heizungsanlage. Moderne Pelletheizungen beispielsweise bieten hier eine nachhaltige Alternative, die erneuerbare Energie mit hohem Komfort und einer vergleichsweise guten Planbarkeit der Brennstoffkosten verbindet. Ergänzende Heizsysteme wie etwa ein Kamin- oder Pelletofen wirken sich nicht nur positiv auf die Wohlfühlatmosphäre aus, sondern stellen auf Kostenebene eine nachhaltige und sinnvolle Ergänzung dar.